Die Feiertage haben endlich mal genug Zeit ermöglicht, um eine 6-Spieler-Partie zum Brettspiel “Der eiserne Thron” (vielen auch bekannt als “Game of Thrones”) zu spielen. Und tatsächlich – knapp 5,5 Stunden nach dem “Anpfiff” war das Spiel auch schon zuende. Leider waren meine Tyrells nicht siegreich, aber das tut hier nichts zur Sache.

Das Thema und die grundlegende Mechanik des Spiels kann man nur durch und durch als gelungen bezeichnen. Auch das Artwork und die Verarbeitung sind definitiv lohnend zu erwähnen. Die Regeln sind im Grunde recht schnell erklärt und einem zügigen Einstieg steht nichts entgegen.

Dann zogen für mich aber schon recht bald die ersten Schatten über Westeros, denn ich empfand den Startaufbau als durchaus unbalanciert, erhalten doch einige Familien einen Jumpstart ins Spiel. Zum Beispiel hält sich das Brettspiel an die Buchvorlage und so erhält die Familie Baratheon zu Spielstart auch den eisernen Thron.

Der nächste ungünstige Zufallsbeitrag ist die Ressourcenverteilung für die Armeegrößen. So hatte ich bereits drei Spielrunden genügend Ländereien, um theoretisch mehr Armeen zu unterhalten – leider kam die dazugehörige Karte zur Neueinstellung der Fässer zu spät. Passend erst kurz NACHDEM ich eine Länderei mit einer Burg verlor und nicht mehr ausreichend rekrutieren konnte.

Auch die Hauskarten sind m.E. etwas unbalanciert, hier regieren die Lannisters mit sehr starken Karten. Lediglich einmal konnte eine Tyrell-Karte einen kleinen Vorteil einbringen.

Darüber hinaus hatten wir eine recht zurückhaltende Runde und so waren Kämpfe eher dünn gesät. Erst in der zehnten (und letzten) Runde – gegen 1:30 Uhr nachts – kam Bewegung in die Sache. Da spielte meine Familie aber schon lange keine Rolle mehr – aufgrund der oben erwähnten Gründe. Die letzten 75-90 Minuten waren also ein wenig langweilig. Highgarden konnte ich noch ausreichend absichern, aber an Expansion war dann schon lange nicht mehr zu denken.

Derzeit bin ich also nicht der Größte Fan der Brettspielumsetzung von A Game of Thrones. Auch wenn die Buchvorlage mehrere tausend Seiten umfasst, musste man diese Länge nicht notwendigerweise auf das Spiel übertragen 😉 Aber wie gesagt, die Grundmechanik funktioniert sehr gut und mit einigen Hausregeln lässt sich hier vielleicht noch etwas rausholen.