“Gadget” ist bekanntermaßen das englische Wort für einen Apparat oder eine technische Spielerei, mit bisher so nicht bekannter Funktionalität oder Design. Gäbe es dieses englische Wort nicht, hätten die Japaner wohl eins dafür erfunden. Das Volk aus Fernost liebt seine ferngesteuerten Kakerlaken, USB-Tulpenluftbefeuchter und beheizbaren Mousepads. Internet-Seiten wie japantrendshop.com sind gefragt, hier werden – auch passend zur Saison – die neusten technischen Spielereien angeboten.

Auf der Startseite fällt sofort der Chobi Cam Block ins Auge, eine Kamera in Form eines Legosteins. Highend Fotos darf man von dem Kamera-chen nicht erwarten, dafür gibt es vielfältige Einsatzmöglichkeiten. Sogar ein Einbau in Legomodelle ist damit möglich.

Fernab von schwedischen Möbelhäusern, gibt es auch einen praktischen Notebookhalter fürs Bett, der das Internet-Surfen im Liegen auf dem Rücken erlaubt. Man spannt sein Notebook einfach in die dafür vorgesehen Halterung, dreht es um und es kann los gehen bzw. liegen; für über 100 US Dollar allerdings nicht unbedingt ein Schnäppchen.

Ein weiteres schräges Gadget ist der eingangs erwähnte Toilettensoundblocker namens Eco-Otome Toilet Sound Blocker für 19 Dollar, welcher sich somit eher mal zum lustigen Geschenkchen für den Weihnachtsbaum taugt. Mit dem batteriebetriebenen Gerät gehören Toilettenbesuche mit peinlichen Geräuschen der Vergangenheit an – angeblich. Das kleine Ding produziert auf Knopfdruck laute Spülgeräusche. Warum man dann nicht gleich die richtige Spülung zum Kaschieren unangenehmer Geräusche benutzen kann, wissen nur die – japanischen – Götter, die ja davon mehr als genug haben 😉

Ein weit über 5.000 Dollar teures Hightech-Stofftier ist das Paro Robot Seal Healing Pet, das nach Herstellerangaben weltbeste Heil-Stofftier überhaupt. Die künstliche Babyrobbe kann mit Menschen interagieren, hat einen Tag-Nacht-Rhythmus und kann Gefühle durch Geräusche, Körperbewegungen und Gesichtsausdrücke transportieren. Ein teures Teil, das wegen seines Preises wohl eher in den medizinisch-therapeutischen Bereich gehört. Ein kleines Demovideo findet ihr u.a. auf YouTube.

Weiterhin gibt es noch die geruchsarme Unterhose, eine elektrische Wasseruhr, beheizbare USB-Mousepads und Handschuhe, Fischmäppchen und sprechende Flaschen für den Kühlschrank. Die Flaschen heißen offiziell Fridgeezoo Hogen Talking Animal Drink Bottles und erinnern uns zum Beispiel daran, die Kühlschranktür wieder zu schließen – und das sogar in unterschiedlichen japanischen Dialekten (wer auch immer von uns den Unterschied bemerkt). Also absolut unverzichtbar für jede gute abendländische Küche…

Ein weiteres amüsantes Gadget ist der sog. USB Tulip Stick Ultrasonic Humidifier (wer denkt sich diese leicht zu merkenden Namen aus?). Die kleine Plastiktulpe liefert Wasserdampf aus einer Plastiktulpe, die neben dem Computer in einem Wasserglas steht. Ideal für die trockene Büroluft im Winter und somit auch ein tolles Weihnachtsgeschenk. Ein ähnliches Produkt ist die Kinoko Mushroom USB Lamp, eine stilvolle Pilz-Lampe mit wechselnden Farben. Die Geschichte der Lampe ist nach Herstellerangaben folgende: “Betrachte die magischen Farben der mysteriösen Pilze, die ein kleines Mädchen, das sich verlaufen hat, ganz tief im Wald entdeckt hat.”

Man könnte die Liste der Beispiele quasi unendlich weiterführen, aber ich denke, dass der Punkt klargeworden ist 😉

Manchmal wollen die Japaner auch gar nicht so genau wissen, was sie kaufen. Dafür gibt es dann die so genannten Gashapon-Automaten, die mittlerweile an jeder Ecke zu finden sind. Diese Automaten verkaufen undurchsichtige Plastikkapseln mit Spielzeugen darin, ähnlich wie uns die Überraschungseier nur eben viel teurer. Mittlerweile mussten scheinbar sogar die Behörden einschreiten, denn einzelne Spieler gaben in nur einem Monat umgerechnet mehrere zehntausend Euro aus, nur um spezielle Sets der Figuren zu komplettieren.

Ja, so sind die Japaner eben und das nicht nur zum Weihnachtsfest 😉

Dieser Beitrag wurde in Kooperation mit der Mediazin-Gruppe erstellt.