Google Reader ist tot – zumindest schon sehr bald. Einige Dienste, allen voran digg und Feedly, buhlen nun um die verzweifelten – ewig gestrigen – RSS Benutzer. Auch ich, als bekennender RSS Fan, bin eigentlich schon seit der Ankündigung von Google auf der Suche nach einer Alternative bzw. einem Ersatz.

Bis ich vor einigen Tagen über selfoss gestolpert bin, einem kleinen aber feinen php Framework, welches genau das zu tun schien, was der Reader mir jahrelang geboten hat. Der kleine Unterschied: selfoss muss selbst gehostet werden – das allerdings mit sehr geringem technischem Aufwand.

Praktisch reicht ein Webspace mit php 5.3. mySQL wird unterstützt ist aber eigentlich überhaupt nicht notwendig, denn auch Sqlite wird unterstützt (und sogar per default als Datenbank verwendet). Das ganze Framework ist unter 2MB groß und muss eigentlich nur in ein Verzeichnis der Webpräsenz entpackt werden – lediglich ein paar Verzeichnisberechtigungen müssen ggfs. angepasst werden; hier hilft aber die knappe Installationshilfe.

OPML Dateien (z.B. aus Google Takeout) können problemlos importiert werden, so dass man eigentlich nahtlos weiter lesen kann. Lediglich der Update der Quellen muss über einen Cron-Job realisiert werden. Eigentlich kein Problem, sofern man einen direkten Zugriff auf seinen Webserver hat. Über Hostingpakete (wie in meinem Fall bei Strato) ist man ein wenig eingeschränkt.

Weder die Anleitungen bei selfoss oder Strato führen hier zum Ziel. Verbindet man aber beide, funktioniert es recht gut. Leider nur in einem stündlichen Aktualisierungszyklus – für mich persönlich aber ausreichend. Am besten funktioniert hier eine Kommandozeile mit wget, also z.B. wget –quiet –delete-after http://deine-website/selfoss/update. Die Update-URL http://deine-website/selfoss/update lässt sich auch manuell aufrufen, um ein Update der Quellen anzustoßen, was in der Regel auch nicht länger als 1-2 Minuten dauert (kommt natürlich auf die Menge der RSS Feeds an!).

Die Oberfläche von selfoss ist aufgeräumt, deutlich moderner als der Google Reader und tut eigentlich genau das, was sie soll. RSS Feeds aggregieren und diese übersichtlich darzustellen. Auch über die eingebaute Suche lässt sich nicht meckern.

Ich werde selfoss nun erst einmal ein paar Tage oder Wochen exklusiv nutzen, um ein paar Langzeiterfahrungen zu sammeln, aber die ersten Eindrücke stimmen fast durchweg positiv! Vielen Dank an den Entwickler Tobias Zeising! 🙂