(Bild: tabletopia.com)

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Schon lange rumorte es, erste Bilder wurden geteilt und über das sog. Presskit durfte man (und darf man immer noch) “Samurai”, “Terra Mystica” und “Five Seals of Magic” ausprobieren.

Aber worum geht es eigentlich? Kenner der Szene dürften Vassal, Yucata und Co. bereits aus dem Effeff kennen und mehr oder weniger häufig oft nutzen. Ich selbst habe schon den einen oder anderen Prototypen per Vassal testen dürfen und kann zu der Erfahrung nur sagen: schön ist anders.

(Bild: tabletopia.com)

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Und genau hier springt Tabletopia in die Bresche und lädt sozusagen einen virtuellen Spieltisch in den heimischen Internet Browser, welcher Dank Unity wirklich sehr ansprechend das jeweilige Spiel mit allen seinen Komponenten in hübscher 3D Optik auf den Monitor zaubert. Dabei beachtet Tabletopia bei den Demospielen noch in keinster Weise die Regeln und so können die Spieler munter Steine von links nach rechts buxieren ohne, dass die Software hier intervenieren würde. D.h. die Spieler müssen das Spiel kennen und nicht zu mogeln sollte sowieso ein Gentleman-Agreement zwischen den Beteiligten sein. Funktionen, wie ein Chat, mehrere Sessions zur gleichen Zeit, Kontakt zu (virtuellen) Freunden überall in der Welt fehlen hier natürlich genausowenig, wie bei den derzeitigen Platzhirschen.

(Bild: tabletopia.com)

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Viele Verlage, wie z.B. Portal, Abacus, Spielworxx und Feuerland uvm. sind schon auf den Tabletopia-Zug aufgesprungen, d.h. die erste Welle von Spielen steht bereits in einer Closed-Beta zur Verfügung. Je nach Erfolg dürften neue Titel schnell ins Programm aufgenommen werden. Finanziert werden soll das Ganze durch ein Abo-Modell (als Beispiel nennen die Betreiber hier Spotify), d.h. durch einen bestimmten monatlichen Beitrag erhaltet ihr Zugriff auf den gesamten Katalog inkl. des sog. “Premium-Kataloges”. Der kostenfreie Bronzelevel wird in der Kampagne (verständlicherweise) nicht wirklich gepriesen, da die interessanteren Spiele wohl den Premiumkunden vorbehalten ist. Immerhin darf scheinbar ein sog. “Gold-Member” aber auch “Bronze-Member” scheinbar zu einer Partie eines Premiumspieles einladen; der Gold-Level kostet (spotify-mäßige EUR 9,99 im Monat). Ob sich das langfristig für die Verlage, Publisher und Autoren langfristig rechnet, wird erst die Zeit zeigen können.

Die interessanteren Förderstufen der Spieleschmiedenkampagne garantieren den “Schmieden” einen früheren Zugang zur Plattform und ein günstigeres 6-Monatspäckchen z.B. für den Gold-Level (also 6 Monate für “nur” EUR 50,–).

(Bild: tabletopia.com)

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Wirklich interessant ist das Ganze auch für Spieleentwickler oder Verlage, die nun eine äußerst ansprechende Plattform vorfinden, auf welcher sie ihre neuen Spiele in netterer Optik präsentieren und testen können. Vorbei könnten also die Goldgräberzeiten sein, Prototypen oder gar finale Produkte in echter “Hardware” geliefert zu bekommen; diesen Weg hat die Musikindustrie schon vor geraumer Zeit beschritten; another one bites the dust… Aber wie gesagt: wenn digital, dann lieber Tabletopia als eine düstere Java-Machine via Vassal. Auch für Spieleautoren und Verlage bietet die Kampagne im Übrigen geeignete “Pledge-Levels”.

Zukünftige Ausbaustufen von Tabletopia sollen dann noch das sog. “Rule-Enforcement” mitbringen, d.h. die Plattform kontrolliert die Legalität von Zügen (gerade dann hilfreich, wenn man noch nicht so regelfest sein sollte) und sogar irgendwann eine künstliche Intelligenz in die Spiele integrieren, d.h. man kann gegen den Computer spielen bzw. zusätzliche Computergegner ins Spiel einladen, sollte doch mal der dritte Spieler für “Alhambra” fehlen (wobei mir Queen Games noch nicht in der Liste der Publisher aufgefallen ist). Derzeit aber wohl noch Zukunftsmusik.

(Bild: tabletopia.com)

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Ebenfalls Zukunftsmusik ist die iOS oder Android Version der Plattform. Die Macher behaupten korrekterweise, dass Unity hier nicht das Problem darstellt, sondern eher die Umsetzung der “nativeren” Touchbedienung der mobilen Betriebssysteme. Aber gerade hier hätte man von Anfang an punkten können, denn auch die Touchpad-Bedienung der derzeitigen Version kann man eher als “early-access” bezeichnen; hier muss dringend bald etwas passieren. Wenn, möchte ich gemütlich mit meinem Pad oder Notebook auf der Couch fläzen, als mich an einen Tisch zu bemühen.

Alles in allem aber eine solide Präsentation und interessanter Ausblick, wobei ich nach wie vor echte Komponenten vorziehe, da ich mich irgendwann gezielt gegen Computerspiele und für Brettspiele entschieden habe; gerade wegen dem sozialen Aspekt, wenn auch die Terminfindung sich so manchmal etwas schwieriger gestaltet, aber das ist wohl schon Teil des (Brett-)Spielerlebnis 😉

Erwartungsgemäß ist die Kampagne bereits zu über 100% finanziert, d.h. jetzt winken schon die ersten (virtuellen) Stretchgoals, wie z.B. ein paar “passenden” Soundtracks, die aber wahrscheinlich eh schon auf der Festplatte der Macher schlummern. Wirklich spannend diese (derzeit) noch nicht, aber vielleicht passiert ja noch etwas Spannendes im Laufe der Kampagne.

Link zur Kampagne der Spieleschmiede: http://www.spiele-offensive.de/Spieleschmiede/Tabletopia/