(Spiel im Verlauf)

(Spiel im Verlauf)

Und wieder einmal ein bildschönes Spiel aus dem Hause Libellud, welches durch Asmodee vertrieben wird. Einmal mehr verschlägt es die Spieler in das fantastische Königreich Xidit – die Rede ist natürlich von “Lords of Xidit”.

(Progammiertafel)

(Progammiertafel)

In Lords of Xidit schlüpfen die Spieler in die Haut verschiedener Helden, die sog. Idrakys, und bereist das Königreich, um Kämpfer anzuheuern, Städte von Monstern zu befreien oder sich gar auf einen Kampf mit einem der Titanen einzulassen. Die Wege durch Xidit und die damit verbundenen Aktionen (von denen es eigentlich nur zwei gibt) werden mit Hilfe von sog. Programmiertafeln für eine komplette Spielrunde am Anfang jeder Runde (oder Jahres) vorprogrammiert. Insgesamt gilt es seinem Idraky sechs Befehle pro Runde zu geben, die dann beim Auflösen (hoffentlich) mehr oder weniger Sinn ergeben.
(Einheiten zum Anheuern)

(Einheiten zum Anheuern)

Im Grunde wird entweder auf einem der farbigen Pfade gewandelt, Einheiten angeheuert, Monster besiegt oder gewartet. Was sich erst einmal leichter anhört, als es letztendlich ist, denn der Spieler muss alle sechs Aktionen im Vorfeld planen. Kommt dieser an einer Stadt an, an welcher gerade ein anderer Spieler einem das dortige Monster vor der Nase “weggetötet” hat, ist diese Aktion eben nutzlos verstrichen. Hier ist es wichtig immer noch mindestens einen Plan B in der Hinterhand zu haben, wobei einem die nächsten Monster- oder Anwerbungsplättchen eigentlich immer bekannt sind, d.h. es lässt sich hier wirklich viel im Vorfeld berechnen; blöd nur, dass die anderen Spieler genau dasselbe tun.

(Einheiten und Geld hinter dem Sichtschirm)

(Einheiten und Geld hinter dem Sichtschirm)

Beim Anwerben lassen sich wundervoll gestalteten Einheiten anwerben, leider immer nur eine pro Stadt und auch immer nur die jeweils rangniedrigste Einheit. Auch hier gilt also: aufpassen, wer einem den so dringend benötigten Bogenschützen vor der Nase wegschnappen könnte! Erschwerend kommt hinzu, dass alle Einheiten und auch das verdiente Geld hinter Sichtschirmen vor den anderen Spielern versteckt wird. Lediglich bei einer militärischen Erhebung am Ende der Runden 4 und 8 kann man evtl. einen Aufschluss über die militärische Stärke seiner Mitstreiter erhalten; aber auch das ist nicht sicher, denn die Erhebung ist optional.

(Monsterplättchen)

(Monsterplättchen)

Das Spiel kommt mit einer Vielzahl an verschiedenen Monsterplättchen, die einem teilweise sicher von “Seasons” her bekannt sein dürften. Das Artwork ist hier von einer umwerfenden Qualität, an welcher man sich eigentlich nie wirklich satt sehen kann, aber hier enttäuschte Libellud bisher sowieso noch nicht. Darüber hinaus treiben noch bis zu sechs schlummernde Titanen ihr Unwesen in Xidit, die m.E. aber ein wenig “zahnlos” daherkommen, denn letztendlich machen diesen keinen Schaden, sondern bringen den Idrakys im Gegenteil zusätzliche Belohnungen in Form von Gold, Ruhm oder der Möglichkeit magische Türme auszubauen. Was auch für die anderen Monster in Xidit die Standardbelohnung oder bzw. die einzige Belohnung ist, aber letzendlich geht es um genau diese drei Kategorien.

(Schluss-Scoring; schwarz ist nach der ersten Wertung ausgeschieden)

(Schluss-Scoring; schwarz ist nach der ersten Wertung ausgeschieden)

Ein wahres Highlight für mich ist das schlussendliche Scoring mit einem Ausschlussverfahren, was aber auch heißt, dass man bereits nach der ersten von drei zu wertenden Kategorien (die jedes Mal zufällig bestimmt wird) aus dem Scoring ausscheidet, d.h. die Spieler werden sich auf jeden Fall auf diese Kategorien konzentrieren. Kategorie für Kategorie, wie z.B. wer hat das meiste Gold, zeigt nun jeder Spieler seinen Fortschritt und der Spieler mit dem z.B. wenigsten Gold scheidet ab nun aus. Danach wird die nächste Kategorie gewertet, was z.B. der Ruhm in Form von den farbigen Bardentoken ist. Wer nach der dritten Wertung noch übrig geblieben ist, kann sich fortan “Retter des Königreichs” nennen und sein Kinn leicht erhoben tragen!

(Bardenplättchen in einer Region)

(Bardenplättchen in einer Region)

Fazit: “Lords of Xidit” ist wie eingangs erwähnt aber bildschönes und hochqualitatives Spiel, welches mit relativ leichten Regeln einen ungeheimen Tiefgang verspricht. Sicherlich muss man ein Freund von “Programmieraufgaben” á la “Robo Rally” sein, aber wer sich drauf einlässt wird mit einem tollen familientauglichen Spiel belohnt. Apropos Familie: hier kommen wir auf einen großen Nachteil von “Lords of Xidit” zu sprechen, denn es spielt sich eigentlich nur zu viert oder zu fünft wirklich toll. Schon mit nur drei Spielern, muss man einen sog. Bot beschäftigen, weil das Spiel leider nicht entsprechend skaliert. Zu zweit kann man sich damit trösten, dass beide Spieler zwei Idrakys befehlen, aber wirklich toll ist das auch nicht. Hier hätte man wohl eine kleinere Karte für das Spiel zu zweit oder dritt spendieren müssen, was aber die (wahrscheinlich eh schon recht hohen) Produktionskosten nicht gerade verringert hätte. Dennoch wirklich schade, hier wurde eine große Chance vertan. Wo sich “Seasons” am besten für 2-3 Spieler eignete, scheidet “Lords of Xidit” in dieser Kategorie leider komplett aus. Ansonsten handelt es sich hier um ein großartiges und wunderschönes Spiel, welches sich für (größere) Familien oder Vielspieler eignet!

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