Dragon Age: Origins – PC Review

Endlich mal wieder ein Rollenspiel in klassischer Gruppenmanier in epischem Ausmaß; die Rede ist natürlich von Dragon: Age Origins. Bereits im Vorfeld hoch gelobt, strebt dieses an, Spiele, wie z.B. Oblivion oder Risen in den Schatten zu stellen. In vielen Bereichen ist die Konkurrenz mehr als gelungen, in einigen Bereichen leider nicht.

Story

Die Story gehört wohl zurzeit zu den besten, rundesten und spannendsten, die das Genre zu bieten hat. Sie erzählt von großem Verrat, zahlreichen Intrigen und hält zwischendurch zahlreichen unerwartete Wendungen und Überraschungen parat. Dank der großzgügigen Zwischensequenzen, macht es einfach Spaß der Story zu folgen. Dem Spieler steht es an vielen Stellen frei, eigene Entscheidungen zu treffen, die das Spiel in diese oder jene Richtung lenken. So kann man an einer Stelle das Leben einer besorgten Mutter für das Leben ihres Kindes opfern oder einen anderen Weg wählen. Manchmal sieht man die Konsequenzen seines Handelns aber erst deutlich später…

Sound / Sprachausgabe

Vor allem der atmosphärische Sound in den einzelnen Umgebungen weiß absolut zu überzeugen. Egal, ob man durch ein Dorf schlurft und sich das Wehklagen der zahlreichen Kriegsflüchtlingen anhört oder ob meine seine Hexe durch das “Nichts” steuert und die verwirrten Stimmen eines besessenen Jungen verfolgt, der Spieler fühlt sich immer mittendrin. Auch die Sprachausgabe während Unterhaltungen ist einwandfrei umgesetzt – es macht einfach Spaß sich zurückzulehnen und einer spannenenden Diskussion zwischen dem Protagonisten und einem seiner Gefährten zu lauschen.

Die Spielwelt

Hier kann man leider nur sagen, dass Bioware es definitiv nicht geschafft hat, an Oblivion heranzukommen. Die Spielbereiche sind teilweise sehr linear aufgebaut und sehr häufig steht man (wie bei The Witcher auch) vor künstlichen Barrikaden. Hier würde man sich das offene Design von Oblivion wirklich wünschen. Immerhin lassen sich – anders als z.B. Drakensang – bereits bereiste Gebiete nachträglich wieder betreten.

Der Kampf

Die Kämpfe wurden wiederum gut, farbenfroh und “logisch” umgesetzt. Durch einen Taktikeditor lassen sich die Aktionen seiner Mitstreiter gut planen, so dass z.B. der stärkste Krieger automatische eine Eigenschaft aktiviert, die versucht die Gegner auf sich zu lenken. Das Gute: auch innerhalb dieser Taktiken lässt sich jeder Charakter noch manuell steuern, wenn z.B. mal spontan einer der Helden eine Heilung benötigt. Die Animationen sind gut in Szene gesetzt.

Talente / Zauber

Es gibt zwar zahlreiche Talente und/oder Zaubersprüche, aber hier schwächelt Dragon Age: Origins m.E. leider ein wenig. Zu kampfbezogen sind die meisten Fertigkeiten im Spiel integriert. So fällt auch sehr negativ auf (zumindest für meinen Geschmack), dass man getrost alles klauen bzw. mitnehmen kann, was nicht niet- und nagelfest ist. Selbst ein verpatzter Taschendiebstahl (ruhig auch beim König) bleibt ohne Konsequenzen… das ist wirklich schwach. Wo bleibt denn da der Anreiz das entsprechend Talent auszubauen?

Handwerk

Leider auch nur sehr peripher umgesetzt. Es lassen sich zwar Rezepte finden bzw. kaufen, aber so richtig toll ist das ganze System nicht umgesetzt. Letztendlich braucht man nur a) ein Rezept, b) die Fertigkeit (z.B. Fallenbau) und c) die Zutaten. Eine Falle lässt sich mit einem Dungeon ohne zusätzliches Werkzeug zusammensetzen. Proben gibt es nicht, d.h. der Erfolg ist garantiert. Genauso ist das beim Erstellen von Giften oder Tränken. Rüstungen oder Waffen lassen sich überhaupt nicht selbst herstellen – lediglich lassen sich bestimmte Waffen mit sog. Verzauberungen verfeinern. Hier hätte man deutlich mehr herausholen können.

Fazit

Trotz der oben erwähnten Schwächen ist Dragon Age: Origins wohl eines der besten Rollenspiele des auslaufenden Jahres – für mich sogar das beste. Eine spannende Story, eine tolle Atmosphäre, eine professionelle Sprachausgabe und schöne Grafiken machen das Spiel zu einem absoluten Genuss. Besonders die große Freiheit, wie man das Spiel spielt und die Entscheidungsfreiheit bei zahlreichen Quests, erleichtern dem Gamer eine erneute Partie.

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