Boxee – Test (PC)

Endlich ist eine öffentliche Version von Boxee veröffentlicht worden, was uns dazu verleitete gleich mal einen Blick in die freie Mediezentrale zu werfen und uns eine erste Meinung zu bilden. Alle Tests und Beschreibungen in diesem Artikel sind mit der PC Version unter Windows 7 entstanden (32bit).

Installation

Kann man getrost als problemlos und schnell bezeichnen. Boxee setzt mittlerweile unter Windows auf DirectX und nicht mehr auf OpenGL. Bevor man allerdings loslegen kann ist die Eröffnung eines (kostenlosen) Accounts auf der Boxee-Webseite notwendig (finde ich für eine rein lokale Nutzung etwas schade). Ansonsten eine absolut stressfreie Installation.

Look&Feel / Bedienung

Hier fühlt man sich gleich absolut zuhause. Das Look&Feel ist selbst in der Startkonfiguration schon sehr angenehm und lässt für den Einstieg fast keine Wünsche offen. Die einzelnen Komponenten lassen sich schnell auffinden, sind logisch angeordnet und auch die Textgröße ist ausreichend. Definitiv gut gelungen.

Ganz großes Minus ist die Erkennung von Videoinhalten, denn Boxee zeigt nur die Filme in der Bibliothek an, die es auch bei der imbd finden kann. Es ist ferner wichtig, dass man die Filme entsprechend benamt, wobei es enge Vorgaben gibt. D.h. eine bestehende digitale Videosammlung müsste mühsam umbenannt werden (es könnten allerdings schon entsprechende Tools im Umlauf sein?!).

  • Highlander.avi –> OK
  • Highlander (deu).avi –> nicht OK

Ist das aber erst mal eingerichtet, hat man einen schönen, schnellen und vor allem übersichtlichen Zugriff auf Filme, Serien und seine Audiodateien.

Formatunterstützung

Hier hat Boxee gegenüber dem Windows Media Center definitiv die Nase vorn. Von Hause aus spielt Boxee eine breite Palette an Video- und Audioformaten (das WMC muss man teilweise erst mühsam dazu überreden, wie z.B. bei ISO Images etc.).  Sollte die Video-Datei entsprechend benannt sein (s.o.) kann sie schnell aus der Bibliothek abgespielt werden. Auch das Abspielen von Netzwerklaufwerken ist eine runde Sache und schnell eingerichtet.

Applications

Wie jetzt auch viele Fernsehhersteller dazu übergehen kleine Apps in ihre Fernsehgeräte einzubauen (wie z.B. das Anschauen von Youtube Videos über den TV), bietet auch Boxee die Möglichkeit direkt an Net-Videodienste anzuzapfen. So sind bereits zahlreiche Dienstleister bei der Basisinstallation vorhanden, wie z.B. Youtube, Netflix, FlickR, Digg uvm. Hier werden in Zukunft auch noch zahlreiche hinzukommen – runde Sache, gut umgesetzt.

Fazit

Die Macher von Boxee haben es verstanden eine recht runde, optisch ansprechende und funktionsreiche Medienzentrale ins Leben zu rufen, welche sich sicher schon bald zu einem ernsten Widersacher der kommerziellen Mitbewerber mausern wird. Lediglich der Import der Filme sollte noch mal überdacht werden – z.B. könnte Boxee anbieten bei unklaren Inhalten nachzufragen.

Natürlich fehlt auch noch die Funktionen einen digitalen Videorekorders, der das Paket komplett abrunden würde – ich bin mir aber sicher, dass so etwas schon bald Einzug halten wird.

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